Das seit Anbeginn menschlicher Hochkultur bewehrte Familienmodell gehört ja bekanntlich zum Feindbild diverser linker Ideologen. Eine gewisse Bekanntheit erlangt hat das Diktum der Achtundsechziger, dass die Kernfamilie angeblich die „Keimzelle des Faschismus“ sei. Doch selbst bei vielen wackeren Antifaschisten, die sich ihr ganzes Dasein über verkrampft bemüht haben einen „alternativen Lebensstil“ zu führen, stellt sich zuweilen bei Erlangung eines bestimmten Alters ein Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit ein. Die Jugend und die damit verbundenen Freuden, von denen man einst glaubte, dass sie ewig währen würden, sind nun perdu, und man steht vor dem Nichts. Aus der versprochenen „Karriere“ ist zudem doch nichts geworden, und trotz aller beharrlichen Verleumdung der Natur hat die biologische Uhr längst penetrant zu ticken begonnen. Da bleibt oft nur noch ein Ausweg aus der Misere: Co- Parenting.
Hierbei tun sich mehrere Verzweifelte zusammen, um mit vereinten Kräften ein Leben zu zeugen. Sehr oft handelt es sich bei den Beteiligten um Homosexuelle.
Die Konstellationen sind hierbei mannigfaltig. Oft handelt es sich um Lesben, die notgedrungen nach einem Mannsbild Ausschau halten. Dieses ist dann oft selbst vom anderen Ufer. Es können sich jedoch auch gleich mehrere homosexuelle Paare zusammen tun. Ein Kind hat dann, so jedenfalls die beschönende Selbstdarstellung, „zwei Mamas und zwei Papas“. Der Unterschied zur gewöhnlichen Samenspende ist beim Co-Parenting, dass der „edle Spender“ auch gewillt ist, sich nach der Erledigung des Elementarsten auch selbst um den Sprössling zu kümmern. Alle Beteiligten haben also einen ausgeprägten Kinderwunsch. Man bastelt sich somit eine künstliche Familie, bei der sich die Eltern nicht lieben.
Ein zusätzlicher Anreiz ist für manche Lesben, dass man sich somit auch die kostenintensive künstliche Befruchtung erspart.
Üblicherweise wird die dem Leser gewiss instinktiv begreifliche Methodik, bei der ein Becher und eine Spritze zum Einsatz kommen, angewandt. Es hat sich mancherorts, etwa in Großbritannien, auch eine Art Untergrundszene von Hobby-Samenspendern entwickelt, welche lesbischen Paaren helfen, welche keinen Wert darauf legen, mit dem biologischen Vater danach noch den Kontakt zu halten. Ein Großteil dieser selbstlosen Helfer besteht jedoch darauf, den Zeugungsvorgang auf die althergebrachte Art selber zu erledigen. Andere stellen sich jedoch auch gerne für die Bechermethode zur Verfügung.
Hier dürfte die Hauptmotivation bei vielen sein, die eigenen Gene weit zu verbreiten, woraus eine gewisse psychologische Befriedigung erwächst.

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[Text: GIN.; Bild: Eric Ward / wikipedia.org Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic]