Vorläufig sieht es zwar so aus, als würde sowohl im Burgenland als auch in der Steiermark nach den politischen Erdrutscherfolgen der Freiheitlichen alles beim Alten bleiben, indem SPÖ und ÖVP weiter gemeinsam regieren. Das mediale Echo allerdings auf das Wahlergebnis und die Stellungnahmen der diversen Polit-Analysten und Wortspender aus dem Bereich der Sozial- und Meinungsforschung lassen eine andere Entwicklung erahnen: Nachdem sowohl im Burgenland als auch in der Steiermark eine nicht-sozialistische Koalitionsmöglichkeit bestünde, bei der jeweils schwarze Landeshauptleute mit freiheitlicher Hilfestellung denkbar wären, dürfte sich zum einen in den Reihen der ÖVP eine entsprechende Debatte entwickeln, ob denn nicht doch eine Wende sinnvoll wäre.

Zum anderen scheint sich in den Reihen der Sozialdemokratie die Notwendigkeit der Abkehr von der sogenannten „Vranitzky-Doktrin“ anzudeuten. Diese Vranitzky-Doktrin besagt bekanntlich, dass es mit den Freiheitlichen keine Kooperation und keine Koalition geben dürfe. Immer mehr politische Beobachter meinen nun allerdings, dass es am sinnvollsten wäre, die Freiheitlichen in Regierungsverantwortung einzubeziehen, um ihnen solcherart das Wasser der Fundamental-Opposition abzugraben. Sowohl der burgenländische FPÖ-Chef Hans Tschürtz als auch der steirische FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek haben ja bereits lautstark verkündet, mitregieren zu wollen. Möglicherweise wird ihnen der Wunsch nunmehr doch erfüllt.

 

A. M.

 

 

(Bild: FPÖ)