Die Ausbreitung von Anglizismen im täglichen Sprachgebrauch ist für Sprachbewusste nicht nur im deutschen Sprachraum ein Ärgernis. In Italien haben nun 70.000 Menschen eine Petition unterzeichnet, die sich gegen die Verwendung von englischen Wörtern richtet. „Von Dante bis Galileo, von Leopardi (ein Romantik-Dichter) bis Fellini ist die italienische Sprache die Art und Weise, in der wir unsere Gedanken und unsere Kreativität ausdrücken“, heißt es in dem Manifest.

Als Negativbeispiel für Anglizismen führen die Initiatoren die jüngste Rekrutierungskampagne der italienischen Marine an. Dort heißt es auf Englisch: „Be cool and join the navy.“ Kritik gibt es auch an dem von der Regierung Renzi beschlossenen Gesetz zur Reform des Arbeitsmarkts. Dieses trägt statt „la legge sul lavoro“ den Titel „Jobs Act“. Die Petition „Dillo in Italiano“ („Sag es auf Italienisch“) kritisiert auch die Anglizismen in der Wirtschaftssprache.

Unterstützt wird die Petition von der Accademia della Crusca, einem 1583 gegründeten Institut zur Erforschung der italienischen Sprache mit Sitz in Florenz. „Wir wollen nicht der italienischen Sprache den Krieg erklären, aber wir wollen die Italienischsprachigen daran erinnern, dass es in vielen Fällen entsprechende italienische Wörter gibt, die verwendet werden können“, sagt Claudio Marazzini, der Präsident der Akademie.

 

B. T.

 

 

(Bild: facebook.com/MarinaMilitareOfficialPage)