Wenn es um das „Asyl“-Chaos geht, gelingt es Politikern und Medien immer wieder, die Bürger, wenn auch nicht unbedingt positiv, so aber doch zu überraschen. Immer augenscheinlicher wird dabei jedoch, dass zwischen Politikeraussagen sowie Medienberichten und der Realität breite Lücken klaffen. Noch augenscheinlicher wird dies jedoch, wenn sich innerhalb weniger Tage die Aussagen von Politikern und Medien signifikant unterscheiden.

So berichteten n-TV und die „Rheinische Post“, dass Innenminister Thomas de Maiziere dem Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, mitteilte, dass sich seine Behörde auf einen zusätzlichen Zuzug von 500.000 sogenannte Flüchtlingen im laufenden Jahr einzurichten habe. Mehr oder weniger zeitgleich erklärte jedoch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) im „Stern“, dass bereits seit Jahresbeginn 100.000 „Flüchtlinge“ die bayerische Grenze überschritten haben und nach Deutschland gekommen sind. „Das bedeutet für uns, dass wir die Eine-Million-Grenze in diesem Jahr, wenn es so weitergeht, weit überschreiten werden. Wenn es so weitergeht, werden wir in Bayern auch Zeltstädte aufbauen müssen, die wir aber nicht wollen“, so die Sozialministerin.

Wie es zu dieser Differenz in den beiden Prognosen kommen kann, lässt sich leider nicht wirklich erklären. Allerdings scheinen die Zahlen des bundesdeutschen Innenministers angesichts der Tatsache, dass schon im vergangenen Jahr eine Million „Flüchtlinge“ in die BRD kamen, als euphemistische Schätzung, die wohl im Laufe des Jahres allmählich nach oben korrigiert werden muss. Aber vielleicht meinte de Maiziere ja im Gegensatz zu bayerischen Sozialministerin nur wirkliche Flüchtlinge und nicht die unzähligen Wirtschaftsflüchtlinge und Einwanderer, die tagtäglich über die Grenzen strömen. Oder er betreibt angesichts der verheerenden Auswirkungen von Merkels „Wir schaffen das“-Politik Augenwischerei, um den Bürger der letztendlich die Zeche zu zahlen hat, zu beruhigen.

 

 

[Text: M. H.; Bild: ZZ-Archiv]