Und schon pfeift der nächste Spatz vom Dach: Hubert von Goisern, ein Bruder im Geiste von Wolfgang Ambros, stimmt ebenfalls ein in den Chor der FPÖ-Hasser. So fühlte er sich bemüßigt, dem „Standard“ – wie dieser berichtet – ein nettes Brieflein zu schreiben und so der Öffentlichkeit seine ungefragte Meinung auf‘s Aug zu drücken. Hier die „Highlights“ des holprigen Elaborats:

„Von verbalen Feindseligkeiten ist es nurmehr ein kleiner Schritt zur Gewalttätigkeit. Alle, die sich mit Weltgeschichte beschäftigen, wissen das.“ Aha. Mit Weltgeschichte beschäftigt er sich also auch so nebenbei. Wie das klingt! Immerhin leuchten nun die Gründe seines Erfolges ein. Er ist also eigentlich Historiker. Doch kein Sonntagshistoriker, der sich in seiner getäfelten Leseecke mit einem Büchlein über den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieg zurückzieht. Nein, er ist ein Universalhistoriker, der sich der „Weltgeschichte“ verschreibt! Beeindruckend. Schade nur, dass er sich nicht gleich darauf beschränkt. Dann bliebe uns einiges erspart.

Im Folgeabsatz erfahren wir sodann vom historischen Vorbild unseres Privatgelehrten: Weder Mommsen, noch Leopold von Ranke, weder Herodot noch Hesiod. Viel gewichtiger ist sein Idol: Heide Schmidt, die sich 1994 ähnlich Napoleon nach unerbittlichen Kämpfen mühsam einen Sitz in der nationalen Volksversammlung erritterte.

In Absatz Numero Zwo der nächste Lichtblick: „FPÖ-Politiker leiden immer wieder unter rhetorischem Durchfall.“ – „an“ Durchfall, Herr von Goisern, nicht „unter“! An etwas leidet man, wenn man es selbst verursacht, „unter“ etwas, wenn andere es zufügen. Wie wär’s mit einem kleinen Deutschkurs? Um den „rhetorischen Durchfall“ zu beheben, an dem Sie offensichtlich leiden? Integrationsministerin Kneissl hätte da sicher etwas in petto…

Im Text folgt sodann ein Lanzenbruch für’s „ Woiferl“, das „undiplomatisch, unbequem, unkäuflich, aufrichtig“ sei. Undiplomatisch? Unkäuflich? Ob das die tatsachenerfahrene Wiener SPÖ auch so sieht?

Besonders bizarr dann das Ende: Der FPÖ-Generalsekretär wolle „Künstler mit Zaumzeug, damit er sie zur Tränke führen kann. Aber wir sind Freigeister.“ Das erklärt einiges. Der Schlussappell des zornigen Huberts hat‘s schlussendlich in sich: „Pferdeäpfel auf das Haupt all jener, die uns an die Kandare nehmen wollen.“ Na dann, schnell unter die Dusche, meine roten Herrn vom Wiener Rathaus!

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia.org/Manfred Werner; Lizenz: CC BY-SA 3.0]