Es ist bedenklich, jahrelang wurde der Konsument zum Dieselauto bewegt – allen voran durch die Steuervorteile auf den Treibstoff. Auch sprechen die Fakten (Motoreneffizienz, Wartungsfreundlichkeit, Energiedichte des Treibstoffs usw.) nach wie vor klar für Dieselautos. Auch der Fahrkomfort ist zumeist ein angenehmerer als beim Benziner – zwar sind hier Elektroautos beiden überlegen, aber leider im Bereich der Reichweite noch lange nicht so praxistauglich.

Nun könnte es aber den Dieselautos schneller als es seinen Fahrern lieb ist an den Kragen gehen: Denn in München denkt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ernsthaft über ein Verbot von Dieselfahrzeugen nach: „So sehr ich mich freuen würde, wenn es ohne solche Verbote ginge, so wenig sehe ich, wie wir künftig weiter ohne Sperrungen auskommen werden“, so der Oberbürgermeister gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Zwar schränkt der SPD-Bürgermeister sein Verbot in Ausnahmefällen ein, so soll es Härtefall- und Ausnahmeregelungen für Taxis, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sowie Rettungs- und Notfalldienste geben, aber dennoch wären von solch einem Fahrverbot zwischen 133.000 und 170.000 Fahrzeuge betroffen, je nachdem für welche Abgasnormen es gelten würde. Auch für den Wirtschaftsverkehr könnte man eventuell über Ausnahmeregelungen nachdenken. Insgesamt sind in München momentan 295.000 der 720.000 zugelassenen Pkw Dieselfahrzeuge.

Grund für die erneute Diskussion liegt in aktuellen Abgas-Messungen, diese hätten auf vielen Straßen der bayerischen Landeshauptstadt erschreckende Ergebnisse geliefert: So soll der von der Europäischen Union zugelassene Mittelwert für Stickstoffdioxid auf den großen Ring- und Einfallsstraßen regelmäßig überschritten werden. Aber es gibt noch Hoffnung, wollen doch die Autokonzerne – welche einen Preisverfall im Dieselsegment befürchten – durch Nachrüstungen die Abgaswerte reduzieren.

 

[Text: W.-R. M.; Bild: Blademaster88/wikimedia.org]