Dieser Tage meldete sich der Südtiroler Reinhold Messner in dem evangelischen Onlinemagazin Chrismon zu Wort und erklärte: „Ich halte Gipfelkreuze für einen Humbug! Weil die Gipfel leer sein und nicht für irgendeine Religion missbraucht werden sollten. … Heute kreuzelt es in den Alpen allerorten. Dabei sollte niemand, auch keine Religion, die Gipfel besetzen. Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin. Die Gipfel aber, die doch der ganzen Menschheit gehören, sollten nicht mit dieser einen Weltanschauung besetzt werden.“

Im Zuge dessen lobte er dann auch die Gipfel des Himalaya, da diese anders seien und auch noch heute als Tanzplatz der Götter angesehen werden. „Eine Vorstellung, der ich heute noch folgen kann. Auch weil dort auf Gipfelkreuze verzichtet wird“, wie der Bergsteiger weiter ausführt. Dabei dürfte er im Höhenrausch allerdings übersehen haben, dass die Gipfel und Pässe des „Kreuze-freien“ Dachs der Welt von tibetischen Gebetsfahnen verziert sind, die die Wünsche der Gläubigen zum Himmel tragen sollen, also auch nicht religions- oder weltanschauungsfrei sind.

Warum den Extrembergsteiger nun unbedingt die Gipfelkreuze auf den europäischen Bergen stören, kann also entweder nur eine Folge der Höhenluft sein, oder eine Anbiederung an den Zeitgeist. Vielleicht versucht er ja, sich dadurch noch einmal bei den Grünen für ein Mandat im Europaparlament anzubiedern, diese dürften den Ansichten Messners durchaus aufgeschlossen sein.

 

M. H.

 

 

(Bild: Franco56/wikimedia.org)