Das Weihnachtsfest gehört neben dem Osterfest und Pfi ngsten zu den sogenannten drei christlichen Hochfesten. Tatsächlich hat es aber relativ lange gedauert, bis es überhaupt zu einem christlichen Fest wurde. Es ist erst seit dem Jahr 336 n. Chr. als das Fest zu Christi Geburt belegt. Von der biblischen Beschreibung glauben heute viele Historiker und Theologen, dass Jesus’ Geburt vermutlich im September stattfand, ungefähr sechs Monaten nach dem Passahfest. Die Tatsache, dass weder die Evangelien noch andere frühchristliche Quellen das Geburtsdatum von Jesus Christus nennen, lässt daher für die Festlegung auf den 25. Dezember nur andere Erklärungen zu. Außerdem waren weder in der jüdischen noch in der frühchristlichen Tradition Geburtstage von Bedeutung. Im Gegenteil, bei den ersten Christen gedachte man nur der Todestage diverser Märtyrer.

Der 25. Dezember war zur Zeit der Einführung des Festtages bei den Christen bereits ein wichtiger Feiertag des Sol Invictus, des unbesiegbaren Sonnengottes, dem „Herrn des Römischen Reichs“ (dominus imperii Romani), einer Form des Helios, wie er schon seit Jahrhunderten in Rom bekannt war. Sein „Geburtstag“ wurde von Kaiser Aurelian für den 25. Dezember festgesetzt. Der zwar oft mit dem gleichen Beinamen versehene, aber nicht idente und ursprünglich aus Persien stammende Mithras genoss ebenfalls am 25. Dezember besondere Verehrung. Auch sein Erscheinen wurde an diesem Tag gefeiert. Das Datum selbst war aber vor allem deshalb so bedeutsam, weil es im julianischen Kalender der Tag der Wintersonnenwende war. Mit der Einführung des Kalenders 45 v. Chr. durch Julius Cäsar wurde der 25. Dezember somit zu einem der wichtigsten Tage des römischen Festkreises. Es ist naheliegend, dass die frühen Christen so mit ihrem Geburtsfest zu Ehren ihres Erlösers Mithras und Helios, ihren schärfsten Konkurrenten, entgegentreten wollten und trotz des noch viel ...

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