Im Alter von 101 Jahren ist am Montag der US-Milliardär David Rockefeller verstorben. In Nachrufen wird der Enkel des Erdölmagnaten John D. Rockefeller gerne als „Star-Banker“ und „Philanthrop“ bezeichnet. Immerhin hatte David Rockefeller, dessen Vermögen das Magazin „Forbes“ auf drei Milliarden US-Dollar schätzt, schon zu Lebzeiten hunderte Millionen seinen Vermögens gespendet, weil er Wohltätigkeit nach seinen eigenen Worten als „moralische Verpflichtung“ der Reichen ansah.

Als weitaus größere Verpflichtung sah Rockefeller aber, die „Neue Weltordnung“ voranzutreiben. Auf seine Initiative hin wurde 1973 auf einer Bilderberg-Konferenz – wo Rockefeller öfters teilnahm – die Trilaterale Kommission gegründet. Dabei handelt es um eine Gesellschaft mit ca. 400 höchst einflussreichen Mitgliedern aus Europa, Nordamerika und Japan, die das Ziel verfolgt, die drei großen Wirtschaftsblöcke miteinander zu verschmelzen. Kritiker werfen der Trilateralen Kommission unter anderem die „Schaffung einer weltweiten Wirtschaftsmacht“ vor, die „über den gewählten Regierungen der Nationalstaaten steht“. David Rockefeller war von 1977 bis 1991 als Vorsitzender des Nordamerika-Zweigs der Trilateralen Kommission tätig und bis zu seinem Tod ihr Ehrenvorsitzender.

Auf Initiative der Rockefeller-Stiftung wurde 1978 die „Group of Thirty“ gegründet, ein elitäres, aus 30 Personen bestehendes Gremium, das Strategien entwirft, wie die „New World Order“ umgesetzt werden kann. Rockefeller, der mit dem früheren Außenminister und Sicherheitsberater Henry Kissinger befreundet war, übte in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg auch großen Einfluss auf die US-Politik aus.

 

[Text: B. T.; Bild: The White House]