Am vergangenen Dienstag besuchten H.-C. Strache, Johann Gudenus und Dominik Nepp die Vorstellung von Jedermann am Salzburger Domplatz. Die Anwesenheit der FP-Politiker ließ jedoch die "Stimmung des Ensembles sinken", wie es Schauspielerin Katharina Stemberger (Schuldknechts Weib) formulierte und nur ein wenig linker Aktionismus konnte die Jedermann-Truppe wieder aufmuntern. Jedoch wurde der Aktionismus der aufrechten Antifaschisten im Ensemble von niemanden wirklich wahrgenommen und so musste Katharina Stemberger die Aktion erst öffentlich erklären und den Medien kommunizieren und dies tat sie dann auch wortgewannt: „Beim ‚Jedermann‘ müssen wir die blau-braune Führungsriege entdecken. Die Stimmung sinkt. Was machen unsere hinreißenden Musiker: Sie stimmen in der zentralen Tischgesellschaft-Szene die ‚Internationale‘ an! Ich liebe diese Truppe!!!“

Während der Aufführung ging die linke Provokation total unter und kein Hahn krähte danach: Weder Strache noch Gudenus verließen empört die Aufführung – könnte es daran liegen dass man solche linken Ausreiter von österreichischen Künstlern schon als normal hin nimmt?

Johann Gudenus kommentierte die Jedermann-Aufführung am vergangenen Mittwoch sogar noch wie folgt: „Das ist künstlerische Freiheit.“ Er hat die Inszenierung „toll“ gefunden. „Das Stück war gut, kurzweilig und unterhaltsam.“ Und habe für ihn eines gezeigt: „Im Tod ist vor Gott jeder gleich.“

Traurig ist nur, dass genau ein Lied als Provokation genutzt wurde welches einen bedenklichen geschichtlichen Hintergrund hat: Denn die „Internationale“ gilt nicht nur weltweit als Hymne des Sozialismus sondern auch als jene des Kommunismus. Im Sowjet-Regime war die „Internationale“ bis 1943 die offizielle Hymne und in einigen anderen kommunistischen Regimen, wie in der DDR, nahm sie einen nahezu gleichrangigen Platz wie die jeweilige Nationalhymne ein.

Stemberger redete diese verheerende Symbolik, welche mit der „Internationalen“ einher geht, aber klein und rechtfertigte das Abspielen der „Internationalen“ damit, dass es für sie einfach nur ein Lied der Solidarität sei…

 

W-R. M.

 

 

 

(Bild: Joergsam/wikipedia.org)