Knapp 3.600 Luftangriffe haben die USA bisher die Terrormilizen des IS geflogen. Und dabei sollen offiziellen Angaben nur wenige Zivilisten zu Schaden gekommen sein. Tatsächlich dürfte aber die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten allein im Irak bei rund 2.000 liegen. Wie das US-Magazin „Daily Beast“ berichtet, genehmigte das Repräsentantenhaus für das nächste Jahr fünf Millionen Dollar, damit das Verteidigungsministerium sogenannte „Kondolenz-Zahlen“ an verletzte Iraker oder an die Angehörigen von bei Luftangriffen getöteten Zivilisten leisten kann.

Aus dem Betrag von fünf Millionen Dollar lässt sich „Daily Beast zufolge“ auf die Zahl der getöteten Zivilisten schließen: „Es zeigt, dass das Pentagon nun Schritte unternimmt, um zivile Opfer zu entschädigen – egal, ob sie nun ein Familienmitglied, einen Arm oder ihr Haus durch eine US-Bombe verloren haben. Solche Geldüberweisen machen typischerweise 2.500 Dollar pro Fall aus, was bedeutet, dass die USA allein im nächsten Jahr bis zu 2.500 ‚Kondolenz-Zahlungen’ an die Iraker leisten können.“

Nach Angaben des norwegischen Journalistennetzwerks „Now Airwars“ kamen bei 52 Luftangriffen der USA mindestens 459 Zivilisten, darunter mehr als 100 Kinder, ums Leben. Besonders viele „Kollateralschäden“ gab es bei einem Luftangriff am 3. Juni. Wie Einwohner dem TV-Sender Al Dschasira und der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, wurden an diesem Tag in der irakischen Ortschaft Hawija mehr als 70 Zivilisten getötet, als die USA eine Fabrik bombardierten, in der angeblich improvisierte Sprengvorrichten erzeugt wurden.

 

 

Text: B. T.
Bild: Mass Communication Specialist 3rd Class Margaret Keith/US Navy/wikimedia.org