Die Wiener Innenstadt ist also um ein Denkmal reicher. „Reicher“ diesmal allerdings im wahrsten Sinne des Wortes. Statt eines vorzeitigen „Michael-Häupl-Platzes“ oder einer „Vassilakou-Stele“ in einer unbegangenen Fußgängerzone hat Vizekanzler Heinz-Christian Strache diesmal eines jener Monumente enthüllt, das längst überfällig war: ein Denkmal für die Trümmerfrauen, die durch ihre Willenskraft und ihren unermüdlichen Fleiß den Wiederaufbau der von den Alliierten in Schutt gelegten Stadt Wien ermöglicht haben.

Strache zeigte sich in seiner Rede enttäuscht von den jahrzehntelangen, gescheiterten Errichtungsversuchen dieses Denkmals, das nun ohne Unterstützung der torpedierenden Stadtregierung auf Kosten des Grundstückeigentümers zu Wege gebracht wurde. Obwohl sich das „Cajetan-Felder-Institut“ seit Längerem um einen Platz bemüht hatte, verweigerte die Wiener Stadtregierung jedwede Unterstützung. So ist etwa aus dem Büro der „Kultur“-Stadträtin Veronica Kaup-Hasler zu hören, die Stadt werde das Denkmal auch in Zukunft „nicht in Obhut nehmen" – Glück für das Denkmal! Es wird also noch lange stehen.

Begründung: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wären auch Nationalsozialistinnen zum Wiederaufbau gezwungen worden… Eine Stadt, die sich ihrer Geschichte nicht bewusst ist, wird auch aus dieser keine Zukunft schöpfen können. Nur so ist die fortwährende „Verbetonisierung“ und „Verglasung“ – kurz: „Verhässlichung“ – der Stadt Wien zu erklären. Wer die eigene Geschichte verachtet und hasst, wird nur zerstörerische, keine bewahrenden und gedenkenden Kräfte entfesseln können.

So sitzen die roten Bonzen hochbezahlt in ihren Palais, tilgen fortwährend die Namen der Erbauer aus Straßen und Plätzen, um dann ihre eigenen in den Stein schlagen zu lassen. Und wofür? Für hundert Jahre Sozialdemokratie – also für nichts!

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Deutsche Fotothek; Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE]