13 Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein ist der Irak weit davon entfernt, ein „Leuchtturm der Demokratie“ zu sein. Vielmehr hat die mutwillige Zerstörung des einst funktionierenden Staates, die angeblich im Namen der „Demokratie“ erfolgt ist, zu Chaos geführt. Das Leben im Irak ist geprägt von Selbstmordanschlägen von Islamisten, der Gefahr durch den IS und ethnisch-religiös geprägte Gewalt. Mehr als eine Million Iraker verlor seit dem US-Einmarsch ihr Leben.

Diese Zustände haben die Meinung der jungen Iraker nachhaltig geprägt wie eine Umfrage von „Arab Youth Survey“ nun ergeben hat. Darin gaben 93 Prozent der befragten Iraker, die alle im Alter zwischen 18 und 24 Jahren sind, an, dass sie die USA als Feind betrachten. Nur sechs Prozent meinten, die Vereinigten Staaten wären ein Verbündeter, und das restliche Prozent hat dazu keine Meinung.

„Arab Youth Survey“ führte Umfragen wie im Irak auch in anderen arabischen Staaten durch und kam dabei zu folgendem Ergebnis: Fünf Jahre nach dem sogenannten Arabischen Frühling ist den meisten jungen Arabern Stabilität wichtiger als Demokratie. Demnach glauben nur 36 Prozent, die vom Westen unterstützte Serie von Aufständen habe die Situation zum Besseren verändert – 2012 waren es noch 36 Prozent gewesen. 53 Prozent gaben an, die Förderung von Stabilität sei wichtiger als die Förderung von Demokratie, während sich nur 28 Prozent für die Förderung westlicher Werte aussprachen.

 

[Text: B. T.; Bild: U.S. Navy, Photographer’s Mate 1st Class Ted Banks/wikimedia.org]