Wie gut wäre es doch, wenn es einen aufgeklärten „Euro-Islam“ gäbe. Einen Islam, für den die Gleichheit von Mann und Frau eine Selbstverständlichkeit, ein Islam, der Verfassung und Rechtsstaat über die Scharia stellt, ein Islam, der religiösem Fundamentalismus und Intoleranz eine klare Absage erteilt. So und ähnlich lauten Aussagen der Gutmenschen, die sich der Illusion hingeben, die vom Propheten Mohammed gegründete Religion ließe sich „europäisieren“.

Das dies Wunschdenken ist, stellte dieser Tage Fuat Sanac klar. Und der Mann muss wissen, wovon er spricht, schließlich ist er Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Konkret teilte Fuat einem „Islam europäischer Prägung“ eine klare Absage: „Das ist weder wissenschaftlich noch theologisch vertretbar. Prägung bedeutet unter anderem auch Änderung. Könnte es sein, dass wir irgendwann das Gebet nicht mehr verrichten, nicht mehr fasten dürfen oder auf Halal verzichten müssen?“

Anstatt einer Liberalisierung des Islams in Europa ist vielmehr eine Radikalisierung zu erwarten. Dabei sind die Ursachen vielfältig: Fehlende Integrationswilligkeit vieler Moslems, Perspektivlosigkeit bei der Jugend, die sich unter anderem daran zeigt, dass die Nachfahren von islamischen Gastarbeitern heute weitaus religiöser sind als ihre Eltern- oder Großelterngeneration. Und nicht zu vergessen ist die Massenzuwanderung aus der islamischen Welt, die noch unzählige Islamisten und Salafisten nach Europa bringen wird.

 

 

Text: A. M.
Bild: Ali Mansuri/wikimedia.org