Der Bevölkerung soll offenbar verschwiegen werden, welche Ausmaße der Massenansturm auf die Bundesrepublik Deutschland angenommen hat. Behauptete Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) noch im August, 2015 würden 800.000 „Schutzsuchende“ kommen, so gab er nun bekannt, dass im laufenden Jahr „in Deutschland bereits etwa 758.000 Flüchtlinge registriert worden“ seien. Merkwürdigerweise meldet die EU-Kommission in ihrer aktuellen Konjunkturprognose, dass per Ende September 710.000 „Migranten in die EU“ gekommen sein sollen. Angeblich stützt sich die Brüsseler Behörde dabei auf Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex.

In Deutschland hält der Innenminister merkwürdigerweise „dennoch an seiner Vorhersage fest“, also dass heuer mit 800.000 Asylanträgen zu rechnen sei. Mehr als seltsam ist dabei die Begründung de Maizieres: „Die Herausgabe einer neuen Prognose würde ausländisch und von Schleppern missbraucht als zusätzliche Einladung, zu uns zu kommen. Ein solches Signal möchte ich nicht aussenden.“

Die geschilderten Zahlen und Aussagen zeigen zweierlei: Entweder haben EU und bundesdeutsche Behörden längst den Überblick verloren, wie viele Einwanderer gekommen sind. Oder mit bewusst zu niedrigen angesetzten Zahlen – wie es möglicherweise die EU-Kommission getan – hat, soll der Bevölkerung vorgegaukelt werden, der Massenansturm sei ja doch nicht so schlimm. Denn andernfalls geriete die „Willkommenskultur“ in Gefahr. Wie dem auch sei, de Maizieres Begründung mit den Schleppern entbehrt jeder Glaubwürdigkeit und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Problemlösungskompetenz der sogenannten „Volksvertreter“.

 

 

Text: B. T.
Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/wikimedia.org