Wie Bundeskanzler Christian Kern verlautbaren lässt, kann er sich gut vorstellen, dass Irmgard Griss die Nachfolge des scheidenden Rechnungshofpräsidenten Moser antritt. Die sich als unabhängig gebende Bundespräsidentschaftskandidatin Griss hat bekanntlich wenige Tage vor dem zweiten Wahlgang zur Bundespräsidentenwahl eine mehr oder weniger deutliche Wahlempfehlung für Van der Bellen ausgesprochen. Zwar hat sie betont, dass es eine solche nicht sei, aber in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem grünen Kandidaten gab sie gleichzeitig bekannt, dass sie diesen gewählt habe.

Nachdem man annehmen darf, dass die Strategen der System-Erhalter rund um Van der Bellen nach dem ersten Wahlgang nichts unversucht lassen würden, um den zweiten Wahlgang für sich zu entscheiden, muss man als gelernter Österreicher auch annehmen, dass die Wahlempfehlung von Frau Griss eben auch ihren Preis hatte. Man darf nun gespannt sein, ob sie Rechnungshofpräsidentin wird oder ein vergleichbares anderes wichtiges Amt in Österreich oder auf EU-Ebene zugeschanzt bekommt. Warum die ehemalige Höchstrichterin dies für ihren Lebensabend benötigt, bleibt allerdings rätselhaft. Ist es wirklich nur die Befriedigung der Eitelkeit?

 

[Text: A. M.; Bild: SPÖ Presse und Kommunikation/flickr]