Von den 478.000 in Frankreich lebenden Juden sind Tausende dabei, das Land zu verlassen. Schon vergangenes Jahr gingen 7.231 nach Israel, weil sie sich im Land der Trikolore nicht mehr sicher fühlen. Auch die islamistisch und antisemitisch motivierten Anschläge in Frankreich heuer dürften vielen den Entschluss, ins gelobte Land zu emigrieren, nicht schwerer gemacht haben. Übergriffe gab es zwar auch in Dänemark, Belgien und anderen Staaten, jedoch nirgends so viele wie in Frankreich.

Die Betroffenen berichten, dass sie sich in Frankreich nicht mehr sicher und von der Regierung allein gelassen gefühlt hätten. Neben Übergriffen auf offener Straße und Beschimpfungen, vor allem durch nordafrikanische Zuwanderer, sei vor allem auch die antiisraelische Stimmung in Frankreich ein Grund für viele das Land zu verlassen.

Einer der Auswanderer, Harnof Haddock, berichtet, dass er auch einmal „richtig Angst hatte“, als es tagsüber schon zu Demonstrationen kam und die Polizei schließlich jüdischen Ladenbesitzern riet, ihre Geschäfte zu schließen. „In der Rue de la Roquette, dort ist eine Synagoge, waren viele Araber und auch schwarze Demonstranten, die ,Tod den Juden‘ riefen.“

Die aus Frankreich nach Israel auswandernden Juden sind dort mehr als willkommen, handelt es sich doch zumeist um bestens ausgebildete Fachkräfte. Auch Premier Benjamin Netanjahu nutzte die Gunst der Stunde und rief Frankreichs Juden dazu auf, nun die Koffer zu packen, um nach Israel zu kommen, „die Heimat aller Juden“, was in Pariser Regierungskreisen auf großen Unmut stieß.

 

M. H.



(Bild: Ang/Flickr)