Wer sich für den kommenden Freitag noch nichts vorgenommen haben sollte, den dürfen wir herzlich zu einem Großereignis gesamteuropäischer Dimension nach Rom einladen: Papst Franziskus feiert nämlich an diesem Tag eine Heilige Messe. Nicht irgendeine Messe für einen toten Märtyrer oder gar einen Heiligen – nein, eine ganz besondere Messe: eine Messe für Flüchtlinge.

Sollten Sie sich um die Finanzierung des Flugtickets sorgen, so darf auf den Verkaufserlös der roten Schuhe gehofft werden. Der Generosität des Papstes sind diesbezüglich bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Auf wen aber trifft man in Rom, wenn man sich in büßerlicher Demut auf diesen hehren Weg macht? Neben überlebenden Flüchtlingen auch auf all jene „Helfer, die sich für Flüchtlinge und Migranten engagieren.“

Schön und gut, aber wer moderiert dann am Freitagabend die ZiB 2, wenn Armin Wolf, Tarek Leitner und die „Dittelbacherin“ (Copywright Jeannee) im Petersdom sitzen? Wer bewacht und verpestet die Hofburg, wenn Alexander Van der Bellen an diesem hochheiligen Tage aus seinem atheistischen Tiefschlaf erwacht? Wer stimmt im Nationalrat ab, wenn die ÖBB den schutzsuchenden Christian Kern samt Anhang in der Business Class nach Rom „schleppt“? Wer erfüllt bloß die unglücklichen Klubmitarbeiterinnen der Liste Pilz, wenn der Führer in Italien einmarschiert? Und vor allem: Was werden die abertausenden Abonnenten des „Standard“ und des „Falter“ sagen, wenn am Samstag keine Post vor der Türe liegt? Ach ja, die sind ja selbst in Rom.

Wie funktioniert also so ein trostloser Tag ohne Establishment? Werden wir zugrunde gehen? Im Gegenteil! Alles läuft blendend! Wir können ungehindert die Grenzen schützen und all jene Illegalen des Landes verweisen, für die im Dom zu Rom „getagt“ wird. Wenn der Papst doch jeden Tag ein solche Messe läse!

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia.org/Mariordo (Mario Roberto Durán Ortiz); Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International]