Der Silberstein-Skandal fördert eindrucksvoll zutage, dass quer durch alle etablierten Parteien etliche Politberater tätig sind. Und dabei scheint es weniger um die politische Gesinnung zu gehen als vielmehr ums Geld. So war der frühere SPÖ-Berater Tal Silberstein 2015 für die Neos tätig. Ebenfalls für die Neos tätig war der Politberater Peter Puller, die in jüngeren Jahren in der steirischen ÖVP politisch sozialisiert wurde. Wie sich nun herausstellt, soll Puller gemeinsam mit Silberstein für die gefälschten Anti-Kurz-Facebookseiten verantwortlich gewesen sein.

Angesichts des Silberstein-Skandals sprechen Experten daher wenig überraschend von einem Politikberater-Sumpf. Jedenfalls ist klar, dass die in dieser Branche tätigen Damen und Herren innerhalb des etablierten Spektrums nach Belieben die Auftraggeber wechseln. Als einigendes Band dient anscheinend nur das gemeinsame Ziel, den Freiheitlichen Schaden zuzufügen, wo es nur geht.

Darüber hinaus werden häufig gescheiterte Polit-Funktionäre mit Beraterverträgen versorgt. So taucht nun in den Medien wieder der Name Gerhard Schmid auf, der nach dem Rücktritt von Werner Faymann als SPÖ-Bundesgeschäftsführer seinen Hut nahm. Schmid gründete darauf eine Firma, die ein halbes Jahr später vom Verteidigungsministerium einen Auftrag in der Höhe von 114.000 Euro erhielt. Konkret soll Schmid ein Konzept für das „Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018“ erarbeiten und für eine „Modernisierung der Gedenkkultur im Bundesheer“ sorgen.

 

[Text: A. M.; Bild: SPÖ / Astrid Knie]