Wieder wurde Großbritannien das Ziel eines islamistischen Terroranschlags. Diesmal traf es Manchester, wo sich der 22jährige Salman Abedi, ein Sohn libyscher Einwanderer, in einer Konzerthalle am Ende eines Pop-Konzerts in die Luft sprengte und 22 Menschen in den Tod riss. Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter ist, denn im Zusammenhang mit dem Massenmord wurden zehn Personen festgenommen, darunter auch der ältere Bruder des Attentäters.

Wie bereits bei anderen Terroranschlägen in Europa, war auch beim Blutbad in Manchester der Täter den Nachrichtendiensten bekannt. Demnach soll Abedi zum IS nach Syrien und mehrmals nach Libyen gereist sein. Überhaupt führen die Spuren zur „Libyan Islamic Fighting Group“ (Libyische islamische Kampfgruppe – LIFG).

So schreibt die Zeitung „The Telegraph“: „Eine Gruppe von Gaddafi-Dissidenten, die Mitglieder der verbotenen Libyan Islamic Fighting Group waren, lebte in großer Nähe zu Abadi in der Whalley Range. Unter ihnen war Abd al-Baset Azzouz, ein vierfacher Vater aus Manchester, der Großbritannien verlassen hatte, um in Libyen ein terroristisches Netzwerk zu leiten, das von Ayman al-Zawahiri, dem Nachfolger von Osama Bin Laden als Al-Kaida-Führer, beaufsichtigt wird. (…) Der „Telegraph“ berichtete 2014, dass Azzouz 200 bis 300 Kämpfer unter seiner Kontrolle hatte und ein Experte im Bombenbau war.“

Dass Mitglieder der verbotenen LIFG offenkundig unbehelligt in England leben konnten, mag seltsam anmuten, aber überrascht aber bei genauerem Hinsehen nicht. Denn die Islamisten dienten westlichen Interessen. So wird in einem Dokument der britischen Regierung über verbotene Terrororganisationen festgehalten: „Die LIFG will das gegenwärtige libysche Regime durch einen kompromisslosen islamischen Staat ersetzen. Die Gruppe ist auch Teil der größeren weltweiten islamistischen Bewegung, weil von Al Kaida inspiriert. Die Gruppe führte verschiedene Einsätze in Libyen durch, darunter 1996 einen Versuch zur Ermordung Muammar al-Gaddafis.“

 

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[Bild: David Dixon/wikimedia.org]