Dieser Mann weiß, wovon er spricht. „Kopiert nicht unsere Revolution, entwickelt euer eigenes Modell. Land war die Grundlage unserer Schwierigkeiten“, warnte Walter Mzembi, der Tourismusminister von Simbabwe, das Nachbarland Südafrika, eine „Landreform“ nach dem Vorbild seiner Heimat durchzuführen. Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe ließ im Jahr 2000 die rund 1.500 weißen Farmer, die den Großteil des fruchtbaren Ackerlandes besaßen, entschädigungslos enteignen und das Land an 150.000 schwarze Farmarbeiter verteilen. Die Folge waren wirtschaftliches Chaos und Hyperinflation, und Simbabwe, die einstige Kornkammer Afrikas, wurde zum Getreideimporteur.

In Südafrika mehren sich die Anzeichen, dass man bei der „Landreform“ dem Beispiel Simbabwes folgen will. „Südafrika will seine Gesetze ändern, die entschädigungslose Enteignung von Land erlauben und die Rückgabe von Land an die schwarze Mehrheit beschleunigen“, schrieb Ende April die „Huffington Post“. Des Weiteren schrieb das Blatt, die entschädigungslose Enteignung weißer Farmer würde eine „radikale Politikänderung“ des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) von Präsident Jakob Zuma hin zu „radikaleren Alternativen“ bedeuten. Bisher gilt das Prinzip „willing buyer, willing seller“. Dabei kauft die Regierung verkaufsbereiten weißen Farmern das Land ab und verteilt es dann neu unter Schwarzen. Nach Angaben der Regierung wird allerdings der Großteil des bisher umverteilten Landes heute nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und bringt deshalb auch keinerlei Erträge und Gewinne ein.

Trotz der offenkundig zu erwartenden negativen Folgen will Präsident Zuma die „Landreform“ aus zwei Gründen vorantreiben. Einerseits, weil der marxistische ANC nach dem Ende der Apartheid 1994 eine „gerechte und billige“ Enteignung angekündigt hatte. Dabei hätten bis 2014 30 Prozent des südafrikanischen Farmlandes den Schwarzen übertragen werden sollen – ein Ziel, dass bei Weitem nicht erreicht wurde. Andererseits hat Zumas Eile in Sachen „Landreform“ innen-politische Gründe. Julius Malema, ein gewaltbereiter Marxist, der sich mit seiner Partei „Economic Freedom Fighters“ vom ANC abgespalten und der wiederholt die Besetzung und entschädigungslose Enteignung weißen Farmlandes gefordert hatte, gewinnt an Popularität. 2010 sang der Weißenhasser Malema „Erschießt die Farmer, tötet die Buren“.

 

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[Bild: Discott/wikimedia.org]