Derzeit, knapp vor der Bundetagswahl, warnen alle Parteien unisono vor der AfD (Alternative für Deutschland). Selbst Möchtegern-Kanzler Martin Schulz scheint seine derartigen Ambitionen mittlerweile beerdigt zu haben. Allerdings, so verkündet er bei seinem letzten Fernsehauftritt vor der Wahl: „Diejenigen, die in diesem Lande jetzt die Hetze gegen andere zum Programm erheben und in Umfragen mehr als zehn Prozent einfahren, sind ein Verein von Hetzern, der am Ende unserer Wirtschaft schadet. Und deshalb kann ich ihnen sagen: Gegen die werde ich jedenfalls die Tage bis zur Bundestagswahl meine Kraft mobilisieren.“ Also gilt seine Priorität dem Kampf gegen der AfD und nicht mehr Angela Merkel und dem einstmals gestellten Kanzleranspruch.
Auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki erklärte auf dem Sonderparteitag, er wolle nicht, dass die AfD Deutschland repräsentiere. „Es fängt mit der Verrohung der Sprache an und schließlich kommt Gewalt“, orakelte er. Dabei hätte ihm ein Blick auf die Statistik des Bundeskriminalamtes schnell eines Besseren belehrt. Bislang verzeichnete das BKA rund 2.250 Straftaten im Zusammenhang mit dem aktuell laufenden Bundestagswahlkampf, darunter mehr als 50 Gewaltdelikte wie Körperverletzungen. „Zu erwähnen sind insbesondere Kandidaten der AfD und deren Veranstaltungen, die vermehrt von den Meldungen der Sachbeschädigungen und Störungen betroffen sind“, so das BKA.
Aber auch der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir ließ auf dem Sonderparteitag der Grünen legliche politische Etikette vermissen: „In einer Woche könnte es sein, dass erstmals wieder Nazis in den Bundestag einziehen“, hetzte er gegen die AfD, um dann nochmal das ohnehin geringe Niveau seiner Wortmeldung zu senken: „Ist das kein Anlass zu sagen, es lohnt sich zu kämpfen, ist das kein Anlass zu sagen, wir wollen alles tun, dass diese Brut in diesem Land nichts zu sagen hat?“ Hätte ein AfDler Grüne als „Brut“ bezeichnet, der Skandal wäre kaum auszudenken…

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