„Angekündigte Katastrophen finden für gewöhnlich nicht statt,“ wussten schon die Großeltern zu erzählen. Leider sind nicht alle Lehren der Generationsvertreter im Westen, welche große Katastrophen erleben mussten und Gott sei Dank überlebt haben, im ausreichenden Maße über die Nachkommen gekommen. Während unsere Altvorderen den schmalen Grat zwischen Hysterie und „Allzeit bereit“ abzuschätzen wussten, lässt sich unsere Generation allzu leicht einschüchtern.
Dieses Phänomen war bereits während der Nordkoreakrise zu beobachten. Die linken Medien des Westens überschlugen sich geradezu bei der Abfolge alarmistischer Warnungen über einen behaupteten drohenden 3. Weltkrieg. Hierbei wurde übersehen, dass auf beiden Seiten Handelnde beteiligt sind, die ein Interesse daran haben, den nächsten Morgen nicht in einem Bunker zu erleben, über dem sich eine menschenleere nukleare Wüste erstreckt. Bei aller Skepsis, Vorsicht und Ernsthaftigkeit dieser Krise, die westlicher Aufmerksamkeit sowie Wachsamkeit bedarf, hat sich die drohende Gefahr eines 3. Weltkrieges in derselben Luft aufgelöst wie die klassenlose Gesellschaft.
Als sich der Hotspot der geopolitischen Aufmerksamkeit vom Fernen Osten in den Nahen Osten verlagert hat, verlagerte sich die Analysefähigkeit der meisten medialen Beobachter leider nicht vom Bauch Richtung Gehirn. Trump wurde abermals als der unberechenbare Wahnsinnige dargestellt, der in seinem Größenwahn Kim Jong Un und Assad gleichzusetzen sei. Manche begannen sogar damit, Hamsterkäufe zu tätigen, da der 3. Weltkrieg vor der Tür stehe.
Samstag früh begann ein Luftschlag gegen syrische Stellungen, welcher kein einziges russisches Opfer forderte. Die Supermärkte öffneten regulär wie am jeden Samstag und die Hamsterkäufe erwiesen sich zumindest im Falle von lange haltbaren Lebensmitteln als Maßnahme mit dem Titel: Kein Nutzen, zumindest kein Schaden.

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