Geht es nach dem Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, dann können gar nicht genug Einwanderer nach Österreich kommen. So behauptete der Kirchenmann bei einer Veranstaltung der Nichtregierungsorganisation „European Council for High Ability“ in Wien, die Begabungen der Einwanderer, die nach Österreich und Europa kommen, seien eine „riesige Chance für die Gesellschaft“. Und „wir dürfen nicht vergessen, was wir von den Migranten an Wissen geschenkt bekommen.“ Dass die überwiegende Mehrheit der Einwanderer Moslems sind, stört den Kirchenmann bei seiner Lobhudelei für Multikulti freilich nicht im Geringsten.

Ein kurzer Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigt zudem, dass es mit dem „Wissen“ der Einwanderer weit hergeholt ist. Demnach waren laut AMS Ende Februar 112.654 Ausländer arbeitslos gemeldet, was gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres eine Steigerung um 6,4 Prozent bedeutet. Insgesamt war eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um zwei Prozent zu verzeichnen. Und in einer Mitteilung des AMS Wien vom Juni 2013 heißt es: „In Wien hat jede zweite Kundin bzw. jeder zweite Kunde des AMS Migrationshintergrund – ist also selbst nach Österreich zugewandert oder hat Eltern, die nach Österreich gekommen sind.“ Als Grund dafür wird unter anderem eine „durchschnittlich niedrige Ausbildung“ angeführt.

Richtig skurril wird es aber, wenn sich Schönborn als „böhmisches Migrantenkind“ bezeichnet. Denn der kleine Christoph musste 1945, nur wenige Monate alt, zusammen mit seiner Mutter zwangsweise die Tschechoslowakei verlassen. Und wenn er meint, „damals waren es die Immigranten, die maßgeblich zum Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen haben“, dann vergleicht Schönborn die vertriebenen Deutschen mit Einwanderern aus Afrika oder Afghanistan. Des Kardinals gutmenschliches Geschwätz ist kaum mehr zu übertrumpfen.

 

[Text: B. T.; Bild: Manuela Gößnitzer/wikimedia.org]