Frankreichs sozialistische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem will das staatliche Schulsystem reformieren. Ziel der Reform ist eine einheitliche Mittelschule von der 6. bis zur 9. Klasse. Der sozialistischen Gleichmacherei soll auch der Deutschunterricht zum Opfer fallen, da Schulen mit intensivem Deutschunterricht zu elitär und laut der Ministerin gerade bei bürgerlichen Schichten beliebt seien.

Neben Protesten von Lehrern und Schülern gibt es aber auch Kritik von sozialistischen Parteifreunden der aus Marokko stammenden Bildungsministerin. „Die Reform der Mittelschule opfert den Deutschunterricht“, kritisiert etwa der sozialistische Abgeordnete Pierre-Yves Le Borgn. Zudem sieht er als Vorsitzender der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe in der Nationalversammlung als seine Pflicht an, seine Parteifreundin daran zu erinnern, dass mit der Kürzung des Deutschunterrichts auch die Grundlagen der deutsch-französischen Freundschaft teilweise wegbrechen würden. Auch der Leiter des Goethe-Instituts in Paris, Joachim Umlauf, hält die Reform für einen Verstoß gegen gemeinsame Regierungsvereinbarungen. Erst beim Jubiläum des Elysée-Vertrages 2013 hatten die Regierungen Frankreichs und der BRD vereinbart, die Sprachförderung fortzusetzen.

 

M. H.

 

 

(Bild: MENESR/Philippe DEVERNAY/Flickr)