Wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, teilen fast zwei Drittel der Deutschen die Ansichten des SPD-Außenministers Frank-Walter Steinmeier. Dieser hatte unlängst die Politik der NATO gegenüber Russland scharf kritisiert. „Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen. Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt“, so Steinmeier zu den Plänen der NATO und der deutschen Bundesregierung, hunderte Soldaten zur Abschreckung Russlands ins Baltikum zu schicken.

Nur 16 Prozent der Befragten lehnten die Aussage des Außenministers ab, und nur neun Prozent stehen hinter den Plänen der US-hörigen Regierung.

Die NATO hält indes an ihren Provokationen gegenüber Russland fest. „Wir suchen intensiv nach Wegen, eine Eskalation zu verhindern. Gleichzeitig müssen wir auf ein Russland reagieren, das seine Militärausgaben seit 2000 verdreifacht hat, das sich viel aggressiver verhält und mit militärischer Gewalt Grenzen in Europa verändert hat“, verteidigte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die massive NATO-Aufrüstung im Osten. Am 8. und 9. Juli findet in Warschau ein NATO-Gipfel statt, auf dem die Entsendung von vier NATO-Bataillonen nach Polen und ins Baltikum beschlossen werden soll. Deutschland wird voraussichtlich die Führung des Bataillons in Litauen übernehmen.

 

[Text: M. H.; Bild: U.S. Army Europe Images/flickr]