Die deutsche Marine fischt nicht nur illegale Einwanderer aus dem Mittelmeer und bringt sie nach Europa, sondern erstellt auch umfangreiche Personenprofile. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, sind vier Soldaten der Bundeswehr, die im Rahmen der EU-Mission EUNAVFOR MED („European Union Naval Force – Mediterranean“) tätig sind, dazu abkommandiert, „grundsätzlich“ alle illegalen Einwanderer nach Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Passdaten zu befragen.

Darüber hinaus sollen auch die letzten Aufenthaltsorte und Transitwege in Erfahrung gebracht werden. Die gesammelten Angaben sollen in einer Datenbank gespeichert werden und könnten, wie der „Spiegel“ schreibt, „in einer späteren Phase der Militäroperation im Mittelmeer von großer Bedeutung sein“. Denn die Mitgliedstaaten der EU erwägen, Schlepperboote in nordafrikanischen Häfen, insbesondere in Libyen, von wo aus die meisten illegalen Einwanderer sich auf die Reise nach Europa aufmachen, zu zerstören. Auch ein (späterer) Einsatz von Bodentruppen ist nicht ausgeschlossen.

 

B. T.

 

 

(Bild: Torsten Bätge/wikimedia.org)