Wurden früher aus den „cakes“ Keks und aus dem „strike“ ein Streik, so werden heute Fremdwörter, insbesondere aus dem Englischen und Französischen, immer seltener eingedeutscht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt, das am Donnerstag im Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim vorgestellt wurde. Wie die Sprachwissenschafterin Sabine Krome erklärt, hat die Rechtschreibreform von 1996 zwar eingedeutschte Varianten wie Ketschup (neben Ketchup) und Bravur (neben Bravour) zugelassen, aber durchgesetzt haben sich die eingedeutschten Begriffe nicht.

Zudem werden neue Fremdwörter wie Fracking, Bad Bank oder Follower heute meist nur in der fremdsprachigen Form in den deutschen Wortschatz übernommen. Der Grund dafür liegt laut Krome darin, dass immer mehr Deutsche gut Englisch sprechen und schreiben können. Darüber gibt es Fälle, in denen Begriffe sogar wieder ausgedeutscht werden wie etwa der Schofför.

Besonders anfällig für die fehlende Eindeutschung sind Fremdwörter im Bereich der EDV oder der Elektronik. Und wie sehr die deutsche Sprache an Kraft verliert, zeigt sich auch bei Filmtiteln. Während es früher selbstverständlich war, dass Hollywood-Filme mit deutschen Titeln versehen wurden, so ist es heute völlig anders. So werden in heimischen Kinos Filme mit den Titeln „Dirty Grandpa“, „The Sisters“ oder „Right Now, Wrong Then“ gezeigt.

 

[Text: A. M.; Bild: DH93/wikimedia.org]