In den kommenden Jahren wird die Bundeswehr massiv aufrüsten. Wie die bundesdeutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mitteilte, soll die Bundeswehr, deren Mannstärke gegenwärtig bei 185.000 liegt, in den nächsten sieben Jahren um 14.300 zusätzliche Soldaten erhöht werden. Außerdem ist eine Modernisierung des Geräts vorgesehen, weshalb der Verteidigungshaushalt von derzeit 34,2 Milliarden Euro bis 2020 auf 39,2 Milliarden Euro steigen soll.

„Ein Vierteljahrhundert des Schrumpfens ist vorüber. Es ist Zeit für die Bundeswehr, wieder zu wachsen. Die Bundeswehr steht in allen Bereichen unter Modernisierungsdruck“, begründet von der Leyen die beschlossene Aufrüstung. Mit „allen Bereichen“ ist jedoch ausschließlich Russland gemeint. Hier erfüllt die Verteidigungsministerin, die eine ausgewiesene Transatlantikerin ist, brav die Befehlsausgaben aus Washington.

Die USA bauschen die angeblich von Russland ausgehende Gefahr auf, um eine weitere Militarisierung der NATO voranzutreiben. So sollen etwa die NATO-Mitglieder mit der „russischen Gefahr“ dazu gebracht werden, ihre jährlichen Verteidigungsausgaben, wie es ein Beschluss des Militärpakts vorsieht, auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen (BIP). Der Wehretat der Bundesrepublik Deutschland liegt derzeit übrigens bei 1,2 Prozent des BIP.

Ein Ergebnis der Drohpolitik von USA und NATO gegenüber Russland ist, dass die Aufwendungen für militärische Tätigkeiten steigen, weil in Europa die Zahl der Manöver des Nordatantikpaktes, die ihrerseits wiederum weitere Provokationen gegenüber Moskau darstellen, zunehmen. Und daran beteiligt sich die Bundesrepublik in hündischer Ergebenheit gegenüber ihren Herrn in Washington: Allein in diesem Jahr nehmen mehr als 5.500 Bundeswehrsoldaten an 21 unterschiedlichen Übungen am östlichen und südöstlichen Rand der NATO, also in relativer geographischer Nähe zu Russland, teil.

 

[Text: B. T.; Bild: Bundeswehr Fotos/wikimedia.org]