Lange hieß es, die Einwohnerzahl der Bundesrepublik Deutschland werde in den kommenden Jahren und Jahrzehnten dramatisch zurückgehen. Doch von einem Schrumpfungsprozess ist nichts mehr zu sehen, und Deutschland verzeichnet aufgrund der Masseneinwanderung sogar einen Bevölkerungszuwachs. Eine nun veröffentlichte Bevölkerungsprognose des renommierten Instituts der deutschen Wirtschaft Köln rechnet „bis 2035 mit einem Bevölkerungsstand von 83,1 Millionen Einwohnern“. Das wäre um eine Million mehr als 2015, als Bundeskanzlerin Merkel mit ihrem „Wir schaffen das“ die Einladung an den Orient und Afrika aussprach, doch endlich in die Bundesrepublik zu kommen.

Allerdings wird das prognostizierte Bevölkerungswachstum nur einige Bundesländer wie insbesondere die Stadtstaaten Berlin und Hamburg treffen, während etwa in Mitteldeutschland sowie dem Saarland mit einem Bevölkerungsrückgang gerechnet wird, der beim Spitzenreiter Sachsen-Anhalt 10,6 Prozent betragen soll. Aber das muss kein Nachteil sein. Denn die anhaltende Einwanderung bedingt, dass die Zahl der Deutschen abnimmt und, wie es in der Studie heißt, „die Gesellschaft durch Zuwanderung vielfältiger wird (‚bunter‘). Oder anders formuliert: Bundesländer wie Sachsen-Anhalt oder Thüringen werden von der sich abzeichnenden Multikulturalisierung weniger stark betroffen sein.

Verstärkt wird die demographische Veränderung durch die höheren Geburtenraten von Einwanderern. So wirkt der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge „der gegenwärtige Anstieg der Geburtenraten begünstigend auf die Bevölkerungsentwicklung“, was wiederum „im Wesentlichen auf gestiegene Fertilitätsziffern bei ausländischen Frauen zurückgeht“.

 

[Text: B. T.; Bild: High Contrast/wikimedia.org]