Bei der Befreiung jener Stadtteile von Aleppo, die von Islamisten gehalten werden, macht die syrische Armee große Fortschritte. Nach Angaben des Russischen Zentrums für Versöhnung konnte die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad weitere fünf Bezirke im Ostteil Aleppos unter ihre Kontrolle bringen. Insgesamt sollen bereits 85 Prozent der Gebiete, die zuvor von sogenannten „Rebellen“, wie der Westen die gegen Assad kämpfenden Islamisten bezeichnet, befreit worden sein.

Nach einer Meldung der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana soll die syrische Armee den Terroristen „schwere Verluste“ zugefügt und viele zur Flucht gezwungen haben. Zudem soll die Armee einen Anschlag auf einen Militärposten verhindert haben. Der Anschlag sollte verübt werden, um „die sich verschlechternde Kampfmoral der Terroristen“ zu heben.

Die gegen Assad kämpfenden Islamisten, die nicht zuletzt wegen der militärischen Unterstützung Russlands für die rechtmäßige syrische Regierung in die Defensive geraten sind, scheinen nun einen hohen Preis zu zahlen, dass sie vor einem Jahr auf die Kriegskarte setzten. Denn bei den internationalen Verhandlungen 2015 zur Lösung des Syrien-Konflikts lehnten sie einen Waffenstillstand ab, wie US-Außenminister John Kerry am Rande eines NATO-Treffens in Brüssel erklärte: „Als wir in Wien zusammentrafen, um damit anzufangen, eine politische Lösung zur Beendigung des Krieges zu schaffen, brachten wir jeden an den Tisch, einschließlich Russland und den Iran, und wir strebten einen Waffenstillstand an.“

Aber die Opposition, so Kerry weiter, „wollte nicht in einen Waffenstillstand einwilligen“, und „die Leute haben sich dafür entschieden, zu kämpfen“. Und seit damals, betonte der US-Außenminister, „gab es einen Verlust von Territorium und einen Verlust an Leben, der über das hinausgeht, was jeder von uns sehen wollte“.

 

[Text: B. T.; Bild: Voice of America News: Scott Bobb reports from Aleppo, Syria/wikimedia.org]