Peter Westenthaler, einstmals blauer Klubobmann während der blau-schwarzen Bundesregierung und dann Chef der Abspaltungspartei BZÖ, wurde bekanntlich dieser Tage wegen mutmaßlich missbräuchlicher Verwendung von Bundesliga-Geldern verurteilt – trotz vorhergehenden Freispruchs und trotz nicht vorhandenen Schadens und von einer einigermaßen hämisch agierenden Richterin. Wie die Berufung ausgehen wird, bleibt abzuwarten.

Auch die einstige Kärntner BZÖ-Führung nach dem Tode Jörg Haiders – Dörfler, Scheuch und Dobernig – und der einstige „bösen Geist“ Stefan P. stehen dieser Tage in Kärnten vor dem Strafrichter, weil sie eine vom Land bezahlte Werbebroschüre just vor einer Landtagswahl in eine BZÖ-Jubelbroschüre umgemodelt hätten. Der einstige Landeshauptmann Dörfler, nunmehr FPÖ-Bundesrat, gibt durchaus glaubwürdig an, mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt zu haben. Bei Scheuch und Dobernig gilt es zu bedenken, dass eine neuerliche Verurteilung wohl zu einer unbedingten Haftstrafe führen müsste. Stefan P. hingegen wird vom Anwalt eines Mitangeklagten als selbstherrlicher Spin-Doktor charakterisiert, der die ganze Sache organisiert hätte.

Der längst einschlägig bekannte Klagenfurter Richter Liebhauser-Karl wird jedenfalls nach 13 Verhandlungstagen ein Urteil sprechen, von dem sich die Angeklagten kaum Milde erwarten können. Ob Stefan P. für den selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt, für seine mehr als dubiose Rolle, die er im Zuge der BZÖ-Abspaltung und des Wirkens des BZÖ gespielt hatte, die strafrechtliche Quittung bekommt, wird man sehen. Seine mehr als peinlichen Auftritte – diesmal vor dem Kärntner Strafgericht – die ebenso dumm-dreist wie grotesk sind, verlangen jedenfalls nach einer solchen.

Insgesamt sehen all diese Vorgänge allerdings wie ein Teil einer nie enden wollenden Abrechnung mit dem Bärentaler und seinem „System Haider“ aus. Antonia Gössinger, Chefredakteurin der größten Kärntner Tageszeitung, gibt dies in einem Kommentar auch ganz offen zu.

 

[Text: A. M.; Bild: sugarmeloncom/wikimedia.org]