Anfang Dezember wurde in einem Wiener Hallenbad ein Zehnjähriger von einem 20-Jährigen vergewaltigt, wie kürzlich bekannt wurde. Auch der ORF nannte (neben vielen anderen heimischen Medien) die Herkunft des Sexualstraftäters: Es handelte es sich um einen Asylanten aus dem Irak. Somit stellt sich die Frage, ob der den Vorgaben der politischen Korrektheit verpflichtete Staatsfunk gegen eine „Empfehlung“ des „Österreichischen Presserates“ verstoßen hat.

Denn dem Presserat stößt die Nennung der ethnischen Herkunft ausländischer Krimineller sauer auf: „Immer wieder wenden sich Leser an den Presserat und kritisieren, dass in der Kriminalberichterstattung die ausländische Herkunft oder der Migrationshintergrund eines mutmaßlichen Täters angeführt wird. Menschen gleicher Herkunft können sich dadurch gekränkt und diskriminiert fühlen. Der Senat 1 des Presserates mahnt daher zu mehr Zurückhaltung und Sensibilität. Dennoch kann auch die bloße Nennung der Herkunft von Straftätern bei manchen Lesern eine negative Einstellung und Ressentiments gegenüber der betroffenen Gruppe hervorrufen; Vorurteile können geweckt oder verstärkt werden. In Fällen, in denen die Herkunft des Täters für die Schilderung der Straftat und für das Verständnis der Leser nicht relevant ist, sollte nach Meinung des Senats darauf verzichtet werden, die Herkunft zu nennen.

Der „Österreichische Presserat“, ein Verein, der nach eigenen Angaben eine „moderne Selbstregulierungseinrichtung im Pressebereich, die der redaktionellen Qualitätssicherung sowie der Gewährleistung der Pressefreiheit dient“, will anscheinend mit der Durchsetzung von Selbstzensur verhindern, dass die Österreicher über Formen und Auswüchse der Ausländerkriminalität informiert werden.

Medien, die gegen diese Selbstzensur verstoßen, müssen damit rechnen, zu einer „mündlichen Verhandlung” vor einem der „Senate“ des Vereins geladen zu werden. Dabei soll der Eindruck einer unabhängigen Gerichts erzeugt werden. In den „Senaten“ sind übrigens überdurchschnittlich viele Journalisten mit einschlägiger linker Vergangenheit tätig. Etwa Christa Zöchling vom „Profil“, die bei der Grazer Gemeinderatswahl 1983 auf dem vierten Listenplatz der Kommunistischen Partei (KPÖ) kandidierte.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot Presserat]