Der Wechsel an der Spitze der Neos von Matthias Strolz zu Meinl-Reisinger ist nicht ganz geräuschlos abgegangen. Im Gegenteil: In einem Interview mit der APA rechnet der Neos-Gründer und deren langjähriger Chef noch einmal so richtig mit dem politischen Gegner ab. Mit scheelem Blick auf die Erfolgsgeschichte der neuen türkisblauen Regierung kritisiert er vor allem die mangelnde Zusammenarbeit im Parlament. ÖVP und FPÖ würden „die Fundamente der parlamentarischen Demokratie aushöhlen“, beklagt Strolz.

Er streut dem Bundeskanzler Blumen für seine Durchsetzungskraft, kritisiert aber im gleichen Atemzug seine die Demokratie gefährdende Vorgehensweise: „Kurz hat sich handwerklich grandios, aber brutal an die Macht geputscht.“ Das aber, so Strolz, könne böse Folgen haben. Denn die Gesetzlichkeit der Geschichte hätte letzten Endes die Konsequenz, dass der selbst durch einen Putsch ende, der durch einen solchen an die Macht gekommen sei. „Die Revolution fresse eben ihre Kinder.“

Aus diesem Frust, den Strolz bei seinem Abgang verbal absondert, lässt sich aber sehr wohl auch seine eigene Gier nach politischer Aktivität ablesen. Wir werden also wohl zumindest dann, wenn diese Prophezeihung tatsächlich eintreten sollte, mit seiner Rückkehr auf die politische Bühne rechnen müssen.

[Text: W.T.; Bild: Wikipedia.org/Gregor Tatschl; Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic]