Dass die Grünen gerne vermeintliche Korruptionsfälle und Amtsmissbräuche anderer Parteien geißeln ist bekannt. Sie sehen sich immer wieder gerne in der Aufdeckerrolle. Und sie wollen dabei selbst immer als die Saubermänner, pardon, selbstverständlich als die Sauberfrauen, dastehen.

Eine davon, die Wiener Vizebürgermeisterin hat nun wieder ein paar gehörige Flecken auf ihrer ohnehin nicht mehr allzu weißen Weste abbekommen.

Mit einem nahezu 220 Quadratmeter großen Werbeplakat an einer Hausmauer in der linken Wienzeile will sie ihre Abgrenzung zum Koalitionspartner SPÖ durch markige Sprüche wie: „Ich soll die Pappn halten, wenn der Michi spricht“ dokumentieren. So weit so gut.

Das Problem ist nur, dass eben diese Werbefläche schon die Wiener ÖVP benutzen wollte. Dieser wurde das aber von der MA 19 untersagt, weil das Haus in einer Schutzzone stehe und daher nur „künstlerische Werbung“ erlaubt wäre. Die MA 19, es ist wohl unschwer zu erraten, gehört zum Ressort von Frau Vassilakou.

Damit ist wohl nicht nur das seltsame Kunstverständnis der Grünen dokumentiert, sondern auch wie sie agieren, wenn sie an der Macht sind. Eine demokratische, unparteiische, sachorientierte Ressortführung gibt es da wohl nur, wenn es ihnen selber nützt.

Hätte diese Unverfrorenheit ein Politiker eines anderen Couleur an den Tag gelegt, wären die Grünen die ersten gewesen, die nach der Korruptionsstaatsanwaltschaft gerufen hätten.

 

W. T.

 

 

(Bild: stadt wien.at)