Erst vor wenigen Tagen beklagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Verrohung der Sprache. „Wie schrecklich ist es, dass unsere Sprache so verroht ist. Wie wir sprechen, so handeln wir möglicherweise später“, sagte der Kirchenmann Medienberichten zufolge bei einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom.

Zumindest einem der vielen Schäfchen von Marx dürften die mahnenden Worte des Kardinals schlichtweg egal sein. Steffen Zimmermann, immerhin Chefredakteur des offiziellen Internetauftritts der katholischen Kirche in Deutschland (katholisch.de) beschimpfte im Kurznachrichtendienst Twitter die Wähler der patriotischen Alternative für Deutschland (AfD) auf unflätigste Weise: „Diese hasserfüllte Frust-Truppe soll eine Alternative sein? Vielleicht für Arschlöcher. Aber nicht für Deutschland.“

Zimmermann, der ein glühender Anhänger der Zivilreligion der Political Correctness sein dürfte, setzte die Meldung ab, nachdem im Berliner Reichstag die Bundesversammlung den früheren Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum neuen Bundespräsidenten gewählt hatte. Die anwesenden AfD-Vertreter hatten Steinmeiers Rede nicht mit Applaus bedacht.

Wenig überraschend kritisierte die AfD die Entgleisung Zimmermanns. „Ist das jetzt die offizielle Position der katholischen Kirche? Hunderttausende AfD-Anhänger als ‚Arschlöcher‘ zu bezeichnen?“, fragte AfD-Sprecher Henning Hoffgaard. „Katholisch.de“ arbeitet im Auftrag der deutschen Bischofskonferenz und wird jährlich mit zwei Millionen Euro an Kirchensteuergeldern subventioniert.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot Twitter]