Weil der Nationalrat in einer Erklärung den vor 100 Jahren vom damaligen Osmanischen Reich verübten Völkermord an anderthalb Millionen Armeniern als solchen bezeichnet hat, sinnt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Rache an Österreich. Zuerst wurde der türkische Botschafter in Wien in sein Heimatland zurückberufen, und nun sondiert die türkische Regierung wirtschaftliche und andere Sanktionen gegen Österreich, wie die „Presse“ berichtete. Derzeit sind rund 650 österreichische Unternehmen in der Türkei aktiv.

Ankara weigert sich bis heute stur, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen und spricht stattdessen verharmlosend von den „Ereignissen von 1915“. Wie heuchlerisch die Türkei die Anerkennung des Armenier-Völkermords durch andere Länder behandelt, zeigt sich am Beispiel Russlands. Präsident Wladimir Putin sprach mehrfach von einem Völkermord und reist zu den Gedenkfeiern in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Doch hier übt Ankara keine Kritik. Offenbar wollen es sich der neo-osmanische Sultan Erdogan und seine Gefolgsleute doch nicht mit dem russischen Bären verscherzen…

 

B. T.

 

 

(Bild: R4BIA.com)