Beim jüngsten Frühlingsfest der türkischen Kurden in der Kurdenmetropole Diyarbakir, dem Nouruz-Fest, wurde von nahezu einer Million Menschen wieder eine aktuelle Botschaft des seit Jahren inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan verlesen. Darin forderte dieser die militanten Kurden auf, die Waffen niederzulegen und den Kampf gegen die türkische Staatsmacht einzustellen. Die Kurden haben in der Türkei künftig wohl eine starke Position und könnten bei Voranschreiten des Friedensprozesses bei den kommenden Parlamentswahlen zwischen 50 und 70 Sitzen erlangen.

International sind die Kurden als Alliierte des Westens gegen den „Islamischen Staat“ im Irak längst ein bedeutender Faktor geworden, der Traum von einem gesamtkurdischen unabhängigen Staat wird aber wohl noch lange ein Traum bleiben. In der Türkei geht es für die Kurden aber darum, Autonomie zu erlangen, und endlich die Möglichkeit, ihre Sprache und Kultur im öffentlichen Leben und im Schulwesen zu pflegen. Öcalan scheint auch im Gefängnis der unumstrittene Führer der türkischen Kurden geblieben zu sein.

 

A. M.

 

 

(Bild: Francis Tyers/wikimedia.org)