Rasch zeigte sich, dass das beim EU-Türkei-Gipfel Mitte März vereinbarte Abkommen, wonach ab 4. April illegale Einwanderer von Griechenland in die Türkei abgeschoben werden, das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht. Am ersten Tag gab es nur 202 Rückführungen in die Türkei, und am zweiten Tag geriet der Rücktransport der Zivilinvasoren in die Türkei, die als EU-Beitrittskandidat ein sicherer Drittstaat ist, vollends ins Stocken.

Im Gegenzug stieg die Zahl der Asylanträge in Griechenland sprunghaft an. Laut „Spiegel online“ haben „von 3.000 Migranten auf den griechischen Inseln die meisten inzwischen Asylanträge gestellt“. Das Kalkül dahinter ist klar: Mit dem Asylantrag wollen die ungebetenen Gäste das Asylrecht missbrauchen, um ihre Rückführung in die Türkei zumindest zu verschieben. Denn rechtlich muss jeder Asylantrag, und mag er auch völlig aussichtslos sein, einzeln geprüft werden, was bei mehreren Tausend rasch dazu führen kann, dass es zu einem Rückstau kommt, der die Verfahren in die Länge zieht. Auch ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Organisationen der internationalen Asylindustrie, die auf den griechischen Ägäis-Inseln ihr Unwesen treiben, die illegalen Einwanderer dazu aufstacheln, von vornherein sinnlose Asylanträge zu stellen.

Überhaupt herrscht auf den griechischen Inseln, die gegenüber der türkischen Küste liegen, Chaos. Nach Angaben von „Spiegel online“ wurden die Abschiebungen unter anderem deswegen gestoppt, „weil sich die Behörden einen Überblick über die Lage verschaffen müssen“. Zudem gäbe es Gerüchte, dass „einige der Menschen, die auf den Abschiebelisten standen, nicht mehr auffindbar sind“. Auf der Insel Chios etwa sind zahlreiche illegale Einwanderer aus dem dortigen Lager ausgebrochen und stellen somit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

 

[Text: B. T.; Bild: Ggia/wikimedia.org]