Ein Jahr nach den gewalttätigen Maidan-Protesten am 20. Februar 2014, als in Kiew Scharfschützen rund 50 unbewaffnete Demonstranten töteten, tauchen immer mehr Zweifel an der offiziellen Lesart auf, wonach die Regierung des wenige Tage später gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch die (alleinige) Verantwortung trage. Dem britischen Sender „BBC“ ist es nämlich gelungen einen der Scharfschützen zu identifizieren. Und was „Sergei“, wie der Mann genannt wird, zu berichten hat, wirft ein ganz anderes Licht auf die Ereignisse, die zum Sturz des rechtmäßig gewählten Präsidenten Janukowitsch führten.

„Sergei“ berichtet der als höchst seriös geltenden britischen Rundfunkanstalt, er sei über lange Zeit von einem ehemaligen Offizier, der in der Protestbewegung tätig war, auf seinen Einsatz vorbereitet worden. Er habe vor seinem Einsatz ein Saiga-Jagdgewehr ausgehändigt bekommen und habe dann mit einem zweiten Schützen vom Konservatorium aus auf Polizisten geschossen. Das Konservatorium befand sich in den Händen der sogenannten „demokratischen“ Opposition. Der Mann sagte zudem der BBC, er habe auf die Füße der Polizisten gezielt, hätte sie jedoch auch „in die Arme oder anderswohin“ treffen können.

Mit dem Maidan-Massaker war es für die USA wesentlich einfacher, in Kiew einen „Regimewechsel“ herbeizuführen und den prorussischen Janukowitsch zu entmachten. Zudem war in jenen Tagen bereits klar, welche Marionette die Interessen Washingtons in der Ukraine vertreten soll. In einem abgehörten Telephonat sagte die US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland, dass der heute amtierende Ministerpräsident Arseni Jazenjuk zur Führungsfigur aufgebaut werden soll.

 

B. T.

 

 

(Bild: Аимаина хикари/wikimedia.org)