Katrin Suder, bisher für Rüstungsbeschaffung zuständige Staatsekretärin im Bundesverteidigungsministerium, hat ihre Tätigkeit eingestellt und wurde mit militärischen Ehren verabschiedet. Sie will sich künftig mehr um ihre Familie kümmern. Ihre Ehefrau ist die frühere Managerin des Fußballvereins Hamburger Sport Klub (HSV), Katja Kraus. Das Paar hat inzwischen drei Kinder.
Während Kraus Verein HSV in der laufenden Saison abstieg, blieb sie selbst auf der Erfolgsspur und sitzt nun im Aufsichtsrat des Sportartikelherstellers Adidas.
Über die Gründe der Trennung Suders und von der Leyens gibt es verschiedene Darstellungen.
Offiziell habe man sich im „guten Einvernehmen“ getrennt. Bald nach ihrem Wechsel von der Spitze des Sozial- in das Verteidigungsministerium feuerte sie den bisherigen Staatssekretär und holte Suder 2014 als neue Lichtgestalt. Zuvor war Suder führend bei der berüchtigten Unternehmensberatungsfirma McKinsey tätig.
Aufgrund des niedrigen Verteidigungshaushaltes gibt es nicht viel zu beschaffen. Aber das weibliche Duo scheint eine große Ferne zu deutschen Rüstungsherstellern zu haben.
Erst pöbelte von der Leyen gegen das von Heckler und Koch hergestellte Sturmgewehr G36 und kündigte großspurig dessen Einziehung und eine Neubeschaffung von Infanteriewaffen an, dann sollten bewaffnete Drohnen aus Israel und veraltete oder fehlentwickelte Flugzeuge aus den USA beschafft werden.
Die Lockheed C-130 „Hercules“ hatte bereits 1954 ihren Erstflug und das Tarnkappenflugzeug Lockheed Martin F 35 ist so schlecht, dass sogar die den USA sonst treu ergebenen Kanadier ihre ursprünglich bestellten 88 Exemplare komplett stornierten. Israel bestellte anstandshalber 50 Maschinen. Ob nun Suder oder von der Leyen oder gar beide zusammen die Idee hatten, den schlappen US-Vogel als Nachfolger für den zwar betagten, aber immer noch einzigartigen MRC „Tornado“ ins Gespräch zu bringen, wird sich wohl nicht feststellen lassen.
Die F 35 hat im Luftkampf nach verschiedenen Versuchen keine Chance gegen den „Eurofighter“ oder die russische MIG 29. Das dürfte auch der Grund sein, warum Israel die Maschine nicht will. Offenbar will es sich Jerusalem aber nicht mit den USA verderben und hielt eine symbolische Bestellung aufrecht. Fast alle „Partner“ der USA bestellten das von Jahr zu Jahr immer teurer werdende Flugzeug ab oder reduzierten ihre Bestellung. Vermutlich schöpfte man bei Lockheed Martin neue Hoffung, denn von der Leyen gilt dort als „verlässlicher“ Partner.
In die Ära von der Leyens – und damit auch Suders – fällt auch die Abnahme der neuen Fregattenklasse F 125. Davon waren zwei bereits im Bau, als von der Leyen ihr Amt antrat, aber die letzten beiden eben noch nicht. Abgesehen davon, dass die Fregatten erhebliche Mängel aufweisen und teilweise von der Bundesmarine an die Werften zur Nachbesserung zurückgegeben werden mussten, weisen die Fregatten eigentlich nur die Seekampfwerte eines verstärkten Patrouillenbootes auf. Sie sind bei ernsthaften Gegnern zur See hilflos und müssen die Flucht ergreifen, was ihnen aber Mühe macht, weil sie ganze 28 Knoten „schnell“ sind. Allerdings sind sie für Interventionen an weitgehend unverteidigten fremden Küsten ganz gut geeignet.
Angesichts dieser Beschaffungspolitik muss man der SPD dankbar sein, dass deren Bundesfinanzminister Olaf Scholz die zusätzlichen Finanzwünsche von der Leyens zurückgewiesen hat. Ob Suder nun tatsächlich mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen will, einfach frustriert ist oder aber, wie verschiedene Medien mutmaßen, mit ihrem im Ministerium erworbenen Insiderwissen anderen Orts Karriere machen will, bleibt abzuwarten.
Von der Leyens Drohnenwunsch steht indessen unter dem Vorbehalt des Koalitionsvertrages. Dort heißt es: „Über die Beschaffung von Bewaffnung wird der Deutsche Bundestag nach ausführlicher völkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer Würdigung gesondert entscheiden.“. Immerhin kann sich Lockheed nun doch noch freuen. Nachdem von den ursprünglich 60 Airbus A 400 M nur 40 blieben, stellte das Verteidigungsministerium „überraschend“ eine Lücke fest. Die soll nun die über 60 Jahre alte „Hercules“ schließen. So lange von der Leyen das Verteidigungsministerium führt, ist die Gefahr, dass Deutschland in einen Krieg verwickelt wird, gering. Die verbalen Aggressivitäten der Frau Verteidigungsministerin z. B. gegen Russland haben keinen fachlich-sachlichen Unterbau. Das ist beruhigend.

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[Text: A.S.; Bild: Wikipedia/SSGT MARIA J. LORENTE, USAF; Lizenz: -]