Am ersten Samstag dieses Monats zogen rund 1.000 Rechte durch Berlin und ihre Demo verlief ausnahmsweise relativ ungestört. Die sonst üblichen gewalttätigen Angriffe der linksextremen sogenannten Antifa blieben diesmal weitgehend aus. Grund genug, dass die extrem linke „taz“ (Die Tageszeitung) den fehlenden Einsatz ihrer radikalen roten Freund beklagt. Es fehlte der extremen Linken nicht nur an Masse in Berlin sondern vor allem auch an Militanz! „Dem Gegenprotest in Berlin fehlt es derzeit an beiden zentralen Momenten: der Masse – und der Bereitschaft zur Militanz. Tausende Menschen in Sitzblockaden wären dabei das beste Signal. Einige hundert, die für Unruhe sorgen, die Polizei beschäftigen, ja auch Barrikaden bauen, können den Zweck aber ebenso erfüllen. Solange die Aktionen zielgerichtet der Verhinderung des Aufmarschs dienen, lässt sich die nachfolgende Gewaltdebatte auch aushalten. Das Ziel, den Nazis ihre Stärke zu nehmen, heiligt einige Mittel.“

Dieser Satz ist nicht nur ein Eingeständnis, dass die Gewalt auf der Straße von Links nicht nur als legitimes Mittel gesehen wird, sondern er beweist auch, dass bestimmte Medien ungeniert zu rechtswidrigen und gewalttätigen Aktionen aufrufen können ohne, dass sich jemand aus den etablierten Kreisen daran stößt. Man muss die rechten Demonstranten nicht mögen, aber sie haben das Recht wie jeder andere auch auf die Straße zu gehen. Das was die „taz“ fordert geht aber weit über die Beschneidung der Bürger- ja Menschenrechte hinaus. Es ist ein klares Signal, dass die Straße nicht dem politisch Andersdenkenden überlassen werden darf. Wie sich das mit den Punkten drei bis fünf des „taz“-Selbstverständnisses vereinbaren lässt, bleibt sowieso unbeantwortet. Sie (die Tageszeitung) „tritt ein für die Verteidigung und Entwicklung der Menschenrechte und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den Mächtigen kein Gehör finden. Die taz wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Für die Redaktion ist Freiheit die Freiheit der Andersdenkenden, entscheidet sich Demokratie an den demokratischen Rechten jedes einzelnen Menschen.“

 

[Text: H. W.; Bild: anarchismus.at]