Wie dem Bericht des renommierten Robert-Koch Institutes für 2015zu entnehmen ist, hat die Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2014 einen neuen Höchststand erreicht. Das in Berlin ansässige Institut registrierte einen Anstieg der Infektionen um 19 Prozent, in absoluten Zahlen waren dies für das vergangene Jahr 6.834 Fälle, 2014 waren es noch 5.722. Schwerpunkte der seit 2001 meldepflichtigen Krankheit sind unverändert Großstädte. Die höchsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner registrierten Ärzte in Berlin (39), Köln (36), München (30), Frankfurt (30), Düsseldorf (27), Leipzig (24), Hamburg (21) und Stuttgart (20).

Im Bundesdurchschnitt kommen immerhin noch 8,5 Syphilis-Fälle auf 100.000 Einwohner. Stark angestiegen ist laut dem Institut die Zahl der Infektionen durch Kontakt mit Prostituierten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 25 Prozent. Bei den Zahlen wird auch der sogenannte Gender-Gap überdeutlich. Während bei Frauen ein Fall von Syphilis pro 100.000 Einwohner diagnostiziert wurde, waren es bei den Männern 16 pro 100.000. Kein Wunder also, dass auch gerade Schwule Spitzenreiter sind, was die Infektion mit der Geschlechtskrankheit betrifft. 85 Prozent (2014 noch 84) der Syphilis-Fälle dürften laut den Schätzungen des Institutes durch sexuelle Kontakte in der Homo-Szene übertragen worden sein und 15 Prozent, etwas weniger als im Vorjahr, wurden vermutlich durch heterosexuelle Kontakte erworben.

 

[Text: M. H.; Bild: CDC/ Dr. David Cox/wikimedia.org]