Die Türken erpressen uns

 

Bei seinem Besuch in Brüssel wurde der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von den EU-Granden hofiert, damit Ankara für eine Milliarde Euro Flüchtlingslager an der syrischen Grenze errichtet und gemeinsam mit Griechenland streng die Seegrenze kontrolliert, um das in Europa herrschende Asylchaos zu beenden. Allerdings hat Erdogan wenig Interesse, vor der türkischen Parlamentswahl am 1. November mit der Europäischen Union zusammenzuarbeiten.

Klar ist auch, dass Erdogan von den Europäern einen hohen Preis verlangen wird: Erstens, dass viel Geld von Brüssel nach Ankara fließen wird, zweitens, dass die Türkei einen günstigen Fortschrittsbericht erhalten wird, zumal die bisherigen Berichte der EU-Kommission Mängelberichte waren. Und drittens, dass türkische Staatsbürger in der EU Visafreiheit erhalten.

Letzter Punkt hat für Europa dramatische Folgen: Zwar würde der Zustrom von Syrern eingedämmt werden, im Gegensatz dazu käme es aber zu einer Vervielfachung der Wirtschaftsmigration aus Anatolien. Insgesamt ist das Verhalten der Türkei somit eine plumpe Erpressung der Europäer und eines EU-Beitrittskandidaten unwürdig.

 
Text: A. M.
Bild: Glenn Fawcett/wikimedia.org