Die neue TV-Serie des Regisseurs David Schalko mit dem schönen Titel „Altes Geld“ stellt eine bitterböse dekadente Wiener Kapitalistenfamilie dar, die in ihrer Verderbtheit ihresgleichen sucht. Die zurzeit aus Funk und Fernsehen wohlbekannte erste Garde der Wiener Zeitgeist-Schauspieler von Sunnyi Melles bis Nicholas Ofczareck und dem sattsam bekannten Robert Palfrader bedient dabei alle Klischees, die man sich diesbezüglich nur denken kann. Da braucht der Alt-Oligarch eine Spenderleber, die er sich mit allen Mitteln besorgt. Da hassen einander die potenziellen Erben, und Liebe ist natürlich nur etwas „für den Mittelstand“. Für die Protagonisten der Serie ist eben alles ein Geschäft, alles hat seinen Preis.

Kurios, dass die so vordergründig aufgesetzte Kapitalismuskritik dann aber auf hochkapitalistische Weise vermarktet wird: Zuerst gibt es sie nämlich auf DVD zu kaufen oder im Pay-TV zu sehen und erst in weiterer Folge werden dann die ORF-Gebührenzahler, mit deren Geldern die Serie zweifellos produziert wurde, irgendwann in den fragwürdigen Genuss kommen, die Filmchen konsumieren zu dürfen. Geschäft ist Geschäft und alles hat seinen Preis, genau!

 

A. M.

 

 

(Bild: Screenshot filmfonds-wien.at)