Ernüchternde Zahlen bringt der neue Integrationsbericht, den Außenminister Sebastian Kurz zu verantworten hat. Demnach haben 22 Prozent oder 1,9 Millionen der knapp neun Millionen Einwohner Österreichs einen „Migrationshintergrund“, sind entweder im Ausland geboren oder stammen von Eltern mit einem ausländischen Geburtsort ab. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass Kurz, der heute die Einwanderung „massiv“ reduzieren will, vor wenigen Jahren noch ein glühender Anhänger der „Willkommenskultur“ war. In einem am 25. April 2013 in der „Tiroler Tageszeitung“ erschienenen Interview bezeichnete der Chef der „Neuen ÖVP“ Österreich als Einwanderungsland und meinte, „Ich freu’ mich über jeden, der die österreichische Staatsbürgerschaft annimmt“.

Auch zeigt der Integrationsbericht, dass der Durchschnittsbürger die Integration der Einwanderer realistischer sieht als die rot-schwarze Regierung. So beurteilt fast die Hälfte der befragten Österreicher die Integration als „eher schlecht“ und 16 Prozent sogar als „sehr schlecht“. Das bei eingewanderten Türken ein „Entfremdungsprozess“ stattfindet, rundet das Bild ab.

Wie Heinz Faßmann, der Leiter des Expertenrates, der den Integrationsbericht erstellte, betont, werde die Einwanderung auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau bleiben. So lag die Nettoeinwanderung in den beiden letzten Jahren bei 180.000 Personen, was auf fünf Jahre hochgerechnet 450.000 Einwanderer ergibt. „Da sind wir schon ganz nah an der Einwohnerzahl von Kärnten“, sagte Faßmann. Hinzu kommt noch, dass die Einwanderer, insbesondere jene aus islamischen Ländern, deutlich höhere Geburtenraten als die Einheimischen aufweisen. Man kann also davon ausgehen, dass die autochthonen Österreicher bereits in einer Generation zur Minderheit im eigenen Land werden.

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]