Die SPD und die Grünen werden von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Zuerst schlug Gesine Schwan, die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, eine Stiftung zur Entschädigung von NS-Opfern in Griechenland vor. Zustimmung kam sofort von den Grünen. Wie nun der „Spiegel“ berichtet, haben dieselben Parteien vor 15 Jahren ein solches Projekt verhindert.

Die SPD-Linke Sigrid Skarpelis-Sperk und die damalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin wollten griechische NS-Opfer aus einem „deutsch-griechischen Zukunftsfonds“ entschädigen. Allerdings lehnten das Auswärtige Amt, geführt von Joschka Fischer (Grüne), und das Kanzleramt unter Gerhard Schröder (SPD) den Vorschlag ab.

Die Meinung der Bundesdeutschen zu Entschädigungszahlen 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist eindeutig. Laut ZDF-„Politbarometer“ lehnen 78 Prozent solche Zahlungen ab, und nur 15 Prozent befürworten sie.

 

B. T.

 

 

(Bild: Bundesarchiv, Bild 101I-521-2142-29/Reinhart)