Man ist an die Ära Kreisky erinnert, verfolgt man die Meldung um den Besuch des israelischen Premierministers Nethanjahu in den Vereinigten Staaten. Ähnlich wie Kreisky seinerzeit der israelischen Premierministerin Golda Meir die Tür wies, verweigerte dieses Mal der amerikanische Präsident Barak Obama das Gespräch mit Netanjahu. „Er halte es für falsch wenn Natanjahu so wenige Wochen vor der Wahl in Israel im amerikanischen Kongress sprechen würde“ begründete Obama seine Ablehnung, „ das könnte den Anschein erwecken, als ob Amerika im israelischen Wahlkampf Partei ergreifen würde.“

Netanjahu, der zwar nicht zum Präsidenten vorgelassen wurde, aber über Vermittlung des republikanischen Sprechers des Repräsentantenhauses, John Boehner seine Rede halten konnte, bemühte sich um einen versöhnlichen Ausgleich. „Er wollte keineswegs dem amerikanischen Präsidenten respektlos gegenübertreten, er wisse genau, was Obama schon alles für Israel getan hätte. Und darüber hinaus wären die USA mehr als nur Freunde, sondern gewissermaßen eine Familie, ja dieselbe Mischpoche.“ Eine Stellungnahme Obamas zu dieser familiären Einbindung ist zurzeit nicht bekannt.

 

W. T.

 

 

(Bild: UN)