Im neuen Werk von Thilo Sarrazin findet sich die Beschreibung einer interessanten Begebenheit. Sarrazin sitzt in einem Lokal der Brennpunktviertel Berlins. Er wird durch muslimische Personen mit Migrationshintergr und erkannt und auf unmissverständliche Art und Weise darauf hingewiesen, hier nicht willkommen zu sein. Das Landeskriminalamt teilte Sarrazin daraufhin mit, entsprechende Gegenden nicht mehr ohne Begleitung aufzusuchen. Welche Schlussfolgerungen ziehen wir daraus? Erstens, dass Sarrazin nicht zu den Autoren gehört, welche sich ausschließlich hinter dem Schreibtisch aufhalten.
Zweitens, dass die oftmals als Mär bezeichnete Existenz von Parallelgesellschaften im Unterschied zur klassenlosen Gesellschaft keine Utopie darstellt. Die Lektüre der Wochenendzeitungen lieferte den Beweis für die weitere Existenz von Parallelgesellschaften, die sich jedoch mehr durch Verleugnung der Realität, als durch Abschottung von der westlichen Zivilisation auszeichnen. In einem Interview mit dem „Kurier“ sprach der Soziologe und Politologe El-Mafaalani, nebenbei im Integrationsministerium des Landes Nordrhein- Westfalen beschäftigt, über sein Werk „Das Integrationsparadox“.
Die Kernaussagen lauten, Deutschland sei in puncto Integration gut unterwegs. Konflikte entstehen, weil die Gesellschaft zusammenwachse. Desintegration wird weniger. Welche Schlussfolgerungen ziehen wir daraus? Die Lehrpläne für Soziologie und Politologie müssen dringend überarbeitet werden. Zudem ist das Geld des Steuerzahlers für das Integrationsministerium für die Katz.
Seine Aussagen stehen im krassen Widerspruch zu Susanne Wiesinger, welche in ihrem Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“ von ihren Erfahrungen als Lehrerin an Brennpunktschulen erzählt. Herr Mafaalani sollte seinen Schreibtisch gegen eine Lehrverpfl ichtung in Berlin-Neukölln eintauschen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der ZurZeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.

[Text: G.B.; Bild: -]