Zahlreiche Asylforderer, die in die Bundesrepublik Deutschland kommen, geben an, sie seien minderjährig, weshalb ein Streit um die Altersbestimmung entbrannt ist. Diese wurde bisher mittels einer Röntgenuntersuchung der Hand durchgeführt. Gutmenschen und Vertreter der Asyllobby behaupten, dadurch würden die Asylforderer ungerechtfertigter Weise einer Strahlenbelastung ausgesetzt.

Doch der Landkreis Hildesheim in Niedersachsen geht nun andere Wege, wie das Magazin „Stern“ berichtet. Dort setzt man auf DNA-Proben der angeblich minderjährigen „Flüchtlinge“. So wurde im vergangenen Mai in einem kalifornischen Labor erfolgreich die Probe eines „Minderjährigen“ untersucht. Doch die Untersuchung ergab, dass der Mann gelogen hatte und somit Asylmissbrauch begangen hat. Denn laut Analyse war er mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent zwischen 26,4 und 29 Jahren alt und mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,999 Prozent älter, als er behauptete.

Entwickelt wurde die neue Methode vom Humangenetiker und Biostatistiker Steve Horvath von der University of California in Los Angeles. Um das Alter eines Menschen zu bestimmen, untersucht er zahlreiche Genbausteine, an denen sich altersbedingt chemische Veränderungen nachweisen lassen – die sogenannte Methylierung. „Es ist, als würde die DNA im Laufe des Lebens rosten“, sagte Horvath dem „Stern“. Von diesem „Rost“ kann ein Labor das biologische Alter des Menschen ableiten. Es entspricht nicht exakt dem rechnerischen Alter, das sich aus der Geburtsurkunde ergibt, doch die Abweichungen davon sind nur gering – besonders bei jüngeren Menschen.

 

[Text: B. T.; Bild: CBP Laboratories Photography/wikimedia.org]